Plagiate vermeiden: die Methode in 3 Schritten
Wichtige Kernpunkte
Plagiate zu vermeiden gelingt mit drei Handgriffen: Ihre Quellen schon beim Lesen festhalten, jede Übernahme in dem Moment kennzeichnen, in dem Sie sie schreiben, und Ihr Dokument vor der Abgabe prüfen. Alles Weitere ist Methode. Hier ist Ihre.

Beginnen wir mit einer guten Nachricht: Ein Plagiat ist fast nie eine Frage der Unehrlichkeit. Es ist eine Frage der Organisation. Ein zu schnell notierter Beleg, eine Umformulierung, die dem Original zu nahe bleibt, eine Grafik ohne ihre Urheberin, und schon verliert eine ernsthafte Arbeit Punkte für nichts.
Wenn Sie zuerst wissen möchten, was der Begriff genau umfasst, welche Formen er annimmt und welche Konsequenzen drohen, beginnen Sie mit unserem allgemeinen Artikel über das Plagiat.
Hier geht es um die Methode.
Vor dem Schreiben: Quellen organisieren
Ein Plagiat entsteht selten beim Schreiben. Es entsteht zwei Monate früher, in einem Notizenordner, in dem niemand mehr weiß, was woher stammt.

Notieren Sie den vollständigen Beleg in dem Moment, in dem Sie lesen, nicht später. Verfasser, Titel, Verlag oder Website, Jahr, Link zur konkreten Seite und bei Online-Quellen das Abrufdatum. Einen Beleg zwei Monate später wiederzufinden kostet zehnmal so viel Zeit, wie ihn sofort zu kopieren. Das ist der einzige Rat in diesem Artikel, der Ihnen echte Stunden spart.
Unterscheiden Sie drei Kategorien in Ihren Notizen, und zwar von der ersten Notiz an:
- die wortwörtliche Übernahme, die Sie sofort in Anführungszeichen setzen, auch in einem Arbeitsdokument;
- die Umformulierung, die Sie mit einer eigenen Markierung und dem Beleg daneben kennzeichnen;
- Ihre eigene Analyse, der Teil, der allein Ihnen gehört.
Ein einfacher Farbcode reicht aus. Ohne diese Trennung verwischt die Grenze, und genau in dieser Unschärfe entstehen unbelegte Übernahmen.
Bauen Sie Ihr Literaturverzeichnis außerdem laufend auf und nicht am Abend vor der Abgabe. Unser Artikel dazu, wie Sie ein Literaturverzeichnis erstellen, führt auf, was je nach Quellenart hineingehört.
Beim Schreiben: drei Reflexe
Sie übernehmen den genauen Wortlaut
Anführungszeichen, ausnahmslos. Sie grenzen ab, was nicht von Ihnen stammt, und machen die Übernahme vollkommen legitim. Ergänzen Sie den Beleg im Text, in einer Fußnote oder in beidem, je nach gewähltem Zitierstil.

Achten Sie auf die typografischen Feinheiten: Im Deutschen stehen die Anführungszeichen unten und oben („so“), während das Französische Guillemets und das Englische doppelte Hochkommata verwendet. Verschachtelte Zitate folgen zudem eigenen Regeln, mit einfachen Anführungszeichen im Inneren.
Sie formulieren mit eigenen Worten um
Die Worte zu ändern ändert nichts daran, wem die Idee gehört. Eine Umformulierung bleibt eine Übernahme und wird genauso belegt wie ein wörtliches Zitat. Das ist die verbreitetste Verwechslung und mit Abstand die häufigste Ursache für gemeldete Übereinstimmungen in Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten.

Verzichten Sie deshalb aber keinesfalls aufs Umformulieren: Es ist eine erwartete und ausdrücklich geschätzte Leistung. Sie zeigt, dass Sie verstanden haben, was Sie gelesen haben, statt es abzuschreiben. Versehen Sie einfach jede Umformulierung mit ihrem Beleg.
Sie übernehmen eine Idee, eine Zahl, ein Bild
Eine Tabelle, ein Foto, eine Infografik, ein Datensatz, eine Übersetzung: Das sind Werke, und sie werden genauso belegt wie ein Absatz. Eine Grafik, die Sie selbst neu gezeichnet haben, bleibt das Werk derjenigen Person, die die Zahlen erhoben hat.
Drei Situationen kommen immer wieder vor und verlangen jeweils ihr eigenes Vorgehen:
- Sie zitieren einen Verfasser, den Sie nicht gelesen haben, sondern bei jemand anderem gefunden haben. Nennen Sie beide, die Originalquelle und die Sekundärquelle, in der Sie sie gefunden haben.
- Ihre Quelle hat keinen erkennbaren Verfasser. Ein fehlender Name entbindet nicht vom Belegen. An die Stelle des Namens tritt der Hinweis „ohne Verfasser“, der Rest folgt den üblichen Regeln.
- Sie verwenden eine Arbeit wieder, die Sie bereits eingereicht haben. Dieselbe Leistung kann nicht zweimal anerkannt werden, doch nichts hindert Sie daran, Ihre eigenen Gedanken erneut aufzugreifen, sofern Sie sich selbst zitieren. Andernfalls handelt es sich um ein Selbstplagiat.
Ein einziger Zitierstil, von Anfang bis Ende
APA, deutsche Zitierweise, Harvard, Chicago, MLA: Jeder Stil legt fest, was anzugeben ist und in welcher Reihenfolge. Keiner ist besser als der andere. Die einzige Regel, die zählt, lautet: einen einzigen verwenden und ihn im gesamten Dokument durchhalten.
Klären Sie das, bevor Sie mit dem Schreiben beginnen. Viele Hochschulen und Lehrstühle geben ihren Stil vor, und die Vorgabe drei Tage vor der Abgabe zu entdecken macht aus einer Formalie eine durchwachte Nacht.
Für die praktische Umsetzung, Beleg im Fließtext, Fußnote und Eintrag im Literaturverzeichnis, führt unser Leitfaden zum Zitieren nach APA jeden Fall einzeln auf.
Vor der Abgabe: der Quellencheck
Planen Sie einen eigenen Durchgang nur für die Quellen ein, getrennt von der inhaltlichen Überarbeitung und der Rechtschreibprüfung. Zwanzig Minuten genügen, und sie zahlen sich sofort aus.
Prüfen Sie vier Punkte:
- Jede Passage in Anführungszeichen trägt ihren Beleg.
- Jeder im Text genannte Beleg steht im Literaturverzeichnis, und umgekehrt.
- Ein einziger Zitierstil wird von Anfang bis Ende angewendet.
- Bilder, Tabellen und Grafiken sind belegt, Bildunterschrift eingeschlossen.
Bleibt der blinde Fleck: die Übernahmen, die Sie vergessen haben, weil Sie sie gar nicht bemerkt haben. Genau dafür ist eine Plagiatsprüfung da.
Prüfen Sie, ob Sie alles belegt haben
Compilatio Studium vergleicht Ihr Dokument mit Milliarden von Quellen, meldet Passagen, die bestehenden Inhalten ähneln, und zeigt Ihnen deren wahrscheinliche Herkunft.
Die Korrekturen bleiben in Ihrer Hand. Die Analyse sagt Ihnen, wo Sie hinschauen sollen. Was daraus folgt, entscheiden Sie.
Übereinstimmungen in einem fertigen Dokument korrigieren
Ihre Arbeit ist fertig, der Bericht zeigt einen Prozentsatz, der Sie beunruhigt, und Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen. So gehen Sie vor.
1. Lesen Sie den Bericht, bevor Sie irgendetwas ändern
Eine gemeldete Passage ist nicht automatisch ein Problem. Ein Ähnlichkeitswert misst, wie viel Ihres Textes anderen Inhalten ähnelt. Über die Zuordnung sagt er nichts. Ein einwandfrei belegtes Zitat erscheint im Bericht genauso wie eine vergessene Übernahme.
Öffnen Sie also zuerst jede gemeldete Passage und sehen Sie sich die zugehörige Quelle an. Mehrere Kategorien zeichnen sich sofort ab.
2. Sortieren Sie die Passagen auf drei Stapel
- Bereits korrekt belegt. Anführungszeichen, Beleg, Eintrag im Literaturverzeichnis. Hier ändern Sie nichts. Das trifft auf die meisten gemeldeten Passagen einer ernsthaften Arbeit zu, besonders in den Rechtswissenschaften, in der Medizin und überall dort, wo feststehende Formulierungen und amtliche Texte häufig sind.
- Tatsächliche Übernahme, nicht belegt. Hier liegt die Arbeit.
- Fehlalarm. Eine geläufige Wendung, die Bezeichnung eines Studiengangs, Ihr Literaturverzeichnis im Vergleich mit dem eines anderen Dokuments. Prüfen und weitergehen.
3. Entscheiden Sie: zitieren oder umformulieren
Für jede unbelegte Übernahme gibt es zwei Wege und eine einzige Frage: Bringt der genaue Wortlaut des Verfassers einen Mehrwert?

Wenn ja, behalten Sie seine Worte und rahmen Sie sie ein: Anführungszeichen, Beleg, Literaturverzeichnis. Wenn nein, formulieren Sie mit eigenen Worten um und belegen Sie die Idee trotzdem. Umformulieren ist kein Weg, eine Passage aus dem Bericht verschwinden zu lassen. Es ist ein Weg, sich eine Idee anzueignen und dabei transparent über ihre Herkunft zu bleiben.
Eine einfache Regel zur Entscheidung: Wenn Sie die Passage niemandem erklären können, ohne in den Originaltext zu schauen, sind Sie noch nicht so weit, sie umzuformulieren. Zitieren Sie sie.
4. Starten Sie eine erneute Prüfung
Lassen Sie nach den Korrekturen noch einmal prüfen, ob die bearbeiteten Passagen berücksichtigt wurden und keine durchgerutscht ist. Korrekt belegte Zitate erscheinen weiterhin, das ist normal und sogar ein gutes Zeichen: Es bedeutet, dass Ihre Arbeit auf Quellen ruht und das auch zeigt.
Und wenn Sie eine generative KI nutzen?
Ein Chatassistent kann Ihnen helfen, ein Thema zu erschließen, einen holprigen Satz zu glätten oder eine Gliederung zu entwerfen. Problematisch wird er in dem Moment, in dem seine Ausgabe Ihr Denken ersetzt, ohne dass jemand davon erfährt.
Drei Orientierungspunkte, um auf sicherem Boden zu bleiben:
- Prüfen Sie die Vorgaben Ihrer Hochschule. Sie gehen weit auseinander, vom vollständigen Verbot bis zur deklarierten und begleiteten Nutzung.
- Prüfen Sie jede Quelle, die das Werkzeug ausgibt. Generative Modelle erfinden Belege, die vollkommen glaubwürdig aussehen. Gehen Sie grundsätzlich auf die Originalveröffentlichung zurück, bevor Sie sie zitieren.
- Weisen Sie die Nutzung aus, wo sie erlaubt ist, und geben Sie an, was Sie dem Werkzeug überlassen haben.
Unser KI-Detektor erkennt Inhalte, die möglicherweise KI-generiert wurden. So können Sie einschätzen, welcher Anteil Ihrer Abgabe wirklich von Ihnen stammt, bevor Ihre Prüferin das tut.
Lehrende: begleiten statt feststellen
Auf der Lehrseite bleibt Prävention der wirksamste Hebel. Compilatio Magister analysiert die eingereichten Arbeiten, zeigt jede Quelle neben der betreffenden Passage an und überlässt Ihnen die Auslegung, mit didaktischen Materialien, um Ihre Studierenden vorab zu sensibilisieren.
Compilatio Magister, an der Seite der Lehrenden
Jede Quelle erscheint neben der betreffenden Passage, mit didaktischen Materialien, um Ihre Studierenden vorzubereiten. Die Analyse zeigt. Sie entscheiden.
FAQ
Wie kann man Plagiate vermeiden?
Drei Schritte genügen: Quellen von Anfang an dokumentieren, jede Übernahme beim Schreiben kenntlich machen (Anführungszeichen oder Quellenangabe), und das Dokument vor der Abgabe auf Quellen hin prüfen.
Wie vermeidet man Plagiate bei der Nutzung von ChatGPT?
Prüfen Sie die Richtlinien Ihrer Hochschule, verfolgen Sie von der KI erzeugte Quellenangaben bis zur Originalveröffentlichung zurück, und geben Sie die Nutzung an, wenn erlaubt. Unser KI-Detektor erkennt Texte, die möglicherweise KI-generiert wurden.
Wie vermeidet man Plagiate in der Bachelorarbeit?
Ein einziger Zitierstil von Anfang bis Ende, ein Literaturverzeichnis, das fortlaufend aufgebaut wird, und eine eigene Durchsicht der Quellen vor der Abgabe.
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Jérémy STERN
Als frischgebackener Hochschulabsolvent bin ich davon überzeugt, dass der Wert eines Hochschulabschlusses ausschließlich davon abhängt, was man tatsächlich gelernt hat. Ich setze mich jeden Tag dafür ein, diese Überzeugung zu vertreten.